Obsession & EX nicht loslassen können – DAS steckt dahinter
Was es damit auf sich hat, wie du da rauskommst und was die Mechanismen dahinter sind darum soll es heute mal gehen.
Obsession verstehen: Warum du glaubst, jemanden zu brauchen
Hey, hallo, hallo und willkommen wieder zu einem neuen Video.
Heute geht es um das Thema Obsession. Also Obsession mit einem bestimmten Menschen, jemanden nicht loslassen können oder romantische Obsessionen – dieses Gefühl von: „Ich brauche diesen Menschen unbedingt“ oder einen Partner unbedingt zu brauchen oder zu glauben, dass es so ist.
Was dahintersteckt, wie du da rauskommst und welche Mechanismen wirken – genau darum geht’s heute.
Der Kern: Ein Mangel im Nervensystem
Wenn man das Ganze ganz einfach runterbricht, dann ist es so:
Wenn du von jemandem so obsessed bist, dass du glaubst, diesen Menschen zu brauchen, dann liegt das daran, dass dein Nervensystem in einem Mangelzustand ist.
Menschen sind Säugetiere. Und Säugetiere brauchen Kontakt mit anderen Säugetieren – idealerweise von der gleichen Art, also Menschen.
Das bedeutet: Austausch, Kontakt, Connection.
Und die entscheidende Frage ist: Hast du das?
Ein persönliches Beispiel
Ich geb dir mal ein Beispiel aus meinem eigenen Leben.
Als ich hier angekommen bin, hatte ich relativ wenig Kontakte. Ich bin nicht wirklich viel rausgegangen, habe viel Zeit hinterm Rechner verbracht und gearbeitet.
Und ich hatte dann was mit einer Frau am Laufen. Und als das zu Ende war, hat mich das ziemlich mitgenommen.
Ich hab in dem Moment gar nicht richtig verstanden, was da los war bis es irgendwann Klick gemacht hat.
Im Endeffekt: Ich hatte keine echten sozialen Kontakte hier. Ich kannte niemanden.
Mein ganzes Nervensystem hat versucht, sich diesen Mangel an sozialen Kontakten über diese eine Person zu holen.
Und dass das nicht gut gehen kann, liegt eigentlich auf der Hand.
Wie dein Leben wirklich aussieht
Das ist auch oft das, was ich sehe gerade wenn ich mit Männern arbeite.
Die erste Frage ist dann nicht: „Warum bist du obsessed?“
Sondern:
Wie sieht dein Leben eigentlich aus?
Machst du das, worauf du Lust hast?
Wie sind deine Freunde?
Was weißt du über deine Freunde?
Kennst du die wirklich?
Weißt du, wovor dein Freund Angst hat?
Weißt du, wie seine Partnerin heißt?
Was macht ihr gemeinsam?
Redet ihr über echte Dinge oder ist das alles eher oberflächlich?
Die Höhlen-Metapher
Man kann das Ganze ganz gut mit einer Höhle vergleichen.
Dieses Bedürfnis nach menschlichem Kontakt ist eine zentrale Stufe in der Bedürfnispyramide von Maslow – eines der tiefsten menschlichen Bedürfnisse, direkt nach Sicherheit.
Stell dir vor, dein soziales Leben ist wie eine Höhle.
Wenn diese Höhle leer ist – keine Kontakte, niemand da dann ist es dunkel. Und dein Nervensystem ist im Stress.
Und wenn dann jemand mit einer Kerze reinkommt, ist das wie:
„Oh shit, dieses Licht ist meine Rettung.“
Das passiert auf einer unbewussten Ebene.
Und wenn dann dein komplettes Bedürfnis auf diese eine Person projiziert wird, dann ist das meistens nicht gesund.
Was passiert, wenn die Höhle gefüllt ist
Wenn jetzt aber andere Dinge dazukommen Freunde, mit denen du dich regelmäßig triffst, redest, vielleicht Schach spielst, Fahrrad fährst oder was auch immer, vielleicht ein Club, ein Verein dann füllt sich diese Höhle.
Sie füllt sich mit:
Erlebnissen
Menschen
echtem Kontakt
Und wenn dann diese eine Person wieder auftaucht das Objekt der Begierde oder der Obsession dann hat sie nicht mehr diese extreme Zugkraft.
Weil dein Nervensystem weiß:
Es gibt auch noch andere Menschen.
Die Falle von Online-Kontakt
Ein wichtiger Punkt und das ist eine Falle, in die ich selbst getappt bin:
Als ich hier angekommen bin, waren meine Hauptkontakte online. Videocalls, WhatsApp, Messenger.
Und ja das ist Kontakt. Aber es ist kein echter Kontakt.
Online kann echten Kontakt nicht ersetzen.
Dein Nervensystem denkt zwar, die Person ist da aber sie ist es nicht wirklich.
Und echter Kontakt vor Ort ist entscheidend. Wenn der fehlt, merkt dein Körper irgendwann:
Da fehlt was.
Und dann geht er in Stress.
Was du konkret tun kannst
Deswegen:
Beschränk mal bewusst deine Zeit mit Apps, mit WhatsApp und diesem ganzen Zeug. Das lenkt extrem vom echten Leben ab.
Wenn du dieses Video schaust, mach es danach aus und schau dich um:
Gibt es Menschen in deiner Nähe?
Bist du mit denen im Kontakt?
Redest du mit ihnen?
Und vielleicht:
Schreib nicht einfach nur sondern mach ein echtes Treffen aus.
Denn ja, es ist Connection aber es ersetzt keine echte Eins-zu-eins-Verbindung mit Tiefe.
Wenn du neu bist und niemanden kennst
Wenn du irgendwo neu bist und noch niemanden kennst, dann aus meiner eigenen Erfahrung:
Such dir einen Club.
Such dir eine Aktivität, auf die du Lust hast.
Wichtig: mit anderen Menschen.
Und geh da hin.
Und wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst:
Such dir etwas, das du noch nie gemacht hast, das dich herausfordert und andere Menschen beinhaltet.
Dann geht dein Gehirn in den Wachstumsmodus.
Und vielleicht:
Lernst du etwas über dich selbst.
Über andere.
Oder lernst neue Menschen kennen.
Ich hab zum Beispiel mal einen Ölmalereikurs gemacht hatte ich noch nie vorher gemacht. War aber nice und hat mir eine neue Perspektive gegeben.
Oder Segeln – hier ist ja das Meer. Macht einfach Spaß, weil es neu ist.
Warum die Obsession verschwindet
All diese Dinge füllen deine Höhle.
Und am Ende ist es dann nicht mehr so wichtig, ob da eine Ex ist oder jemand, dem du näher sein willst, der aber nicht will.
Das verliert an Relevanz.
Weil dein Nervensystem genährt ist.
Die Höhle ist voll.
Und dann ist es nicht mehr so magnetisch, wenn ein einzelnes Licht reinkommt – weil es viele Lichter gibt.