Heilung als Selbstzweck
WMissverständnisse zu dem Thema „Heilung“ & Spiritualität. Welche Frage bringt WIRKLICH weiter.
Heute soll es um das Thema Heilung, Spiritualität und darum gehen, warum das auch eine große Falle sein kann.
Ich hatte schon einmal etwas dazu gesagt: Spiritualität ist eine Falle – und warum sie oft als Ausrede verwendet wird, um die Dinge, die im Leben wirklich anstehen, nicht anzugehen. Heute soll es aber noch einmal spezifisch um das Thema Heilung gehen.
Wer in der spirituellen Szene unterwegs ist, hat den Begriff „Heilung“ schon oft gehört:
„Wir sind alle krank, Heilung ist wichtig. Heilung, Heilung, Heilung.“
Und bis zu einem gewissen Punkt stimmt das auch.
Denn Fakt Nummer eins ist:
Die Gesellschaft, in der wir leben, hat ihre Themen – das betrifft uns alle.
Beispielsweise Entwicklungs- und Bindungsthematiken: dass echter Kontakt nicht möglich ist oder viele Gefühle unterdrückt werden. Dazu kommt ein generelles Mindset, das sagt: „Da draußen muss es jemanden geben, der mir sagt, was richtig ist“ – sei es eine Religion, eine politische Partei oder eine bestimmte Richtung.
Aber der Punkt, um den es mir heute geht, ist:
Warum kann Spiritualität eine Falle sein?
Und warum kann Heilung als Selbstzweck dazu führen, dass man sich im Kreis dreht?
Ich habe oft beobachtet, dass Menschen in Heilungs-Loops feststecken – und sich nichts bewegt.
Der typische Weg sieht so aus:
Irgendwann funktioniert etwas im Leben nicht. Man beschäftigt sich mit Psychologie, Persönlichkeitsentwicklung, dann irgendwann mit Spiritualität und Heilung.
Man lernt: „Ah, das kann von den Vorfahren kommen. Ah, das ist vielleicht ein gesellschaftliches Konstrukt. Ah, das ist etwas aus der Kindheit. Ah, vielleicht sogar aus einem früheren Leben.“
Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Aber was oft übersehen wird, ist der Punkt des Handelns – den Arsch hochzubekommen und etwas in der 3D-Welt zu tun.
Warum sage ich das?
Weil ich oft sehe, dass Menschen in diesem Zyklus steckenbleiben:
Noch eine Familienaufstellung, noch eine Zeremonie, noch eine energetische Reinigung, noch mehr Meditation … aber im Leben verändert sich nichts.
Doch damit sich das Leben wirklich verändert, reicht Beobachten oder Bewusstsein nicht. Da muss etwas getan werden.
Bestes Beispiel:
Jemand sitzt in der Küche, das Spülbecken quillt über – und er sagt: „Ich beobachte den Abwasch mit meiner Wahrnehmung, dann wird er sich schon dematerialisieren.“
Nee, wird er nicht.
Und genau diese Haltung sehe ich oft in der spirituellen Szene.
Natürlich: Was wir in unserem Geist, in unserem bewussten und unbewussten emotionalen Körper tragen, beeinflusst, wie wir reagieren, wie wir Dinge initiieren, welche Energie wir haben. Das ist richtig.
Aber: Wenn keine Handlung gesetzt wird, verändert sich nichts.
Man kann das perfekte Mindset haben, die perfekte Energie – aber wenn man den Abwasch nicht anfasst, bleibt er dreckig.
Ein Mentor hat mir einmal eine entscheidende Frage mitgegeben:
„Warum willst du eigentlich Heilung?“
Denn viele sagen: „Ich will ein Problem loswerden.“
Aber das ist schon die falsche Einstellung.
Probleme werden nicht gelöst, indem man sagt: „Ich will das Problem loswerden.“
Probleme lösen sich, wenn man sagt: „Ich will etwas Neues haben. Ich will eine andere Realität wählen.“
Und alles, was dieser neuen Realität im Weg steht, verschwindet dann automatisch mit der Zeit.
Darum die Frage:
Was willst du mit der Energie machen, die frei wird, wenn du geheilt bist?
Was willst du mit dieser Kraft erschaffen – für dich und für andere?
Nur zu sagen: „Ich will das Problem weg haben“, verstärkt es am Ende nur, weil die Energie ständig um das Problem kreist.
Die Lösung ist, eine neue Realität zu wählen, sie zu visualisieren, mit Energie zu füttern – und so wird sie immer stärker, bis sie die alte ablöst.
Wenn auf diesem Weg Zeremonien oder Techniken helfen – wunderbar.
Aber nur als Selbstzweck bringen sie nichts.
Sie müssen einem konkreten Ziel dienen – und dieses Ziel ist immer eine neue Realität, eine neue Wahl.
Ein griechischer Arzt hat es einmal so formuliert:
„Bevor du jemanden fragst, ob er Heilung möchte, frag ihn, ob er bereit ist, das aufzugeben, was ihn krank gemacht hat.“
Genau das meinte auch mein Mentor:
Die entscheidende Frage ist nicht „Wie löse ich das Problem?“, sondern:
„Was mache ich mit der Energie, die frei wird?“
Das war mein Gedanke zum Sonntagabend.