Ich hatte Angst vor meiner Spanischlehrerin – warum eigentlich?
Schulprägungen können so tief sitzen, dass sie noch Jahrzehnte später unbewusst Stress, Angst und Blockaden auslösen – selbst in völlig harmlosen Lernsituationen. Meine Erkenntnis aus der letzten Woche.
Heute möchte ich eine persönliche Geschichte zum Thema Prägungen mit dir teilen. Es geht darum, wie tief solche Prägungen in uns sitzen – in meinem Beispiel speziell Schulprägungen – und was sie mit uns machen. Und vor allem, warum es so wichtig ist, diesen alten Mist wieder loszulassen.
Die Geschichte begann vor ein paar Tagen, als mir ein bestimmtes Muster plötzlich so richtig bewusst geworden ist. Ich lerne Spanisch und nehme Spanischunterricht. Mittlerweile bin ich darin auch ganz gut – mit der für mich richtigen Lernmethode funktioniert das wirklich sehr, sehr gut. (Über die Methode erzähle ich ein andermal mehr.)
Nebenbei: Die Lernmethoden, die man in der Schule beigebracht bekommt, sind aus meiner Sicht nicht die, die wirklich funktionieren. Aber heute soll es nicht um Lernen im Allgemeinen gehen, sondern um Blockaden und darum, warum ich unbewusst Angst vor meiner Spanischlehrerin hatte.
Wie kam es dazu?
Ich nutze eine App, die Preply heißt. Dort kann man sich zu einem guten Preis einen Tutor buchen, direkt sprechen und Unterricht machen. Zum Zeitpunkt dieses Videos habe ich dort zwei Tutoren: einen in Mexiko und eine Frau in Argentinien. Beide sind super nett.
Die Frau aus Argentinien – nennen wir sie Charlie – ist wirklich sehr freundlich, und sie ist ausgebildete Lehrerin mit einem Teaching Degree. Ich habe mich bei ihr angemeldet, weil ich gemerkt habe: Mit meinem anderen Spanischlehrer kann ich mich zwar gut unterhalten, aber er korrigiert mich kaum.
Mir wurde klar: Ich brauche jemanden, der mich konsequent korrigiert. So bin ich bei Charlie gelandet.
Wie gesagt: Sie ist super nett, sie korrigiert mich, alles passt – und trotzdem war „irgendetwas“ jedes Mal komisch. Eines Tages habe ich verstanden, was es war. Ich habe gemerkt: Ich zucke jedes Mal innerlich zusammen, wenn sie meinen Namen sagt.
Da dachte ich: „Moment mal, was ist hier los? Warum reagiere ich so?“
Als ich genauer hingeschaut habe, wurde mir klar:
Charlie ist Lehrerin. Und in der Schule bedeutete es oft Ärger, wenn die Lehrerin meinen Namen sagte. Dann hatte ich etwas falsch gemacht oder es stand irgendeine unangenehme Situation an.
Dieses alte Muster war tief abgespeichert:
„Wenn eine Lehrerin meinen Namen sagt, passiert gleich etwas Schlechtes.“
Das war eine krasse Erkenntnis, denn die Schulzeit liegt lange zurück. Ich bin längst raus aus der Schule, und die gute Frau hat keine Macht über mich, wie es die Lehrer damals gefühlt hatten. Eigentlich kann mir nichts passieren.
Und trotzdem: Jedes Mal, wenn sie meinen Namen sagte, kontrahierte innerlich ein Teil in mir – so ein Gefühl von „Oh mein Gott, gleich passiert was Schlimmes“.
Als ich dieses Muster erkannt und mit geeigneten Techniken aufgelöst habe – das sind genau die Dinge, die wir auch in der Akademie lernen –, war diese Reaktion plötzlich weg. Seitdem bin ich viel entspannter im Unterricht, mehr bei der Sache und mache deutlich schnellere Fortschritte.
Diese Erfahrung wirft für mich eine grundsätzliche Frage auf:
Was bedeutet das eigentlich?
Lernen findet am besten in einer entspannten Umgebung statt. Aber wenn im Hintergrund diese konstante Kontraktion läuft – „Oh nein, gleich passiert etwas Schlechtes, wenn mein Name von einer Lehrperson gesagt wird“ –, dann sind wir gar nicht wirklich frei und offen fürs Lernen.
Ich werde vermutlich nicht der Einzige sein, dem es so geht. Vielleicht erkennst du dich darin wieder.
Bei mir habe ich gemerkt, dass da eine innere Widerständigkeit war, etwas anzunehmen. Da war immer ein leichter Stress, das Gefühl, ich müsse jetzt besonders gut sein, keine Fehler machen. Ein altes Muster aus der Schulzeit, das noch in meinem System herumspukte.
Das große Fass „Ist das Schulsystem, wie wir es kennen, überhaupt noch zeitgemäß und gesund?“ möchte ich heute gar nicht wirklich aufmachen. Man könnte fragen:
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Wird Wissen auf eine Art vermittelt, die wirklich effizient ist?
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Werden kreative, schöpferische Wesen herangebildet – oder eher gehorsame Denkarbeiter?
Diese Diskussion hebe ich mir für ein anderes Mal auf.
Mir ging es heute darum, dir zu zeigen, wie krass solche Erlebnisse prägen können – und wie sie später in Situationen greifen, die mit der damaligen Realität nichts mehr zu tun haben.
Die heutige Situation:
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Die Tutorin ist nett.
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Ich bezahle sie.
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Ich kann jederzeit gehen.
Das hat mit der Schulrealität von früher nichts mehr zu tun – und trotzdem reagiert das Nervensystem, als wäre ich wieder der Schüler, der Ärger bekommt.
Wenn du dich darin wiedererkennst, kann es sehr hilfreich sein, dich mit Gleichgesinnten zu verbinden, die einen ähnlichen Weg gehen.
Unten findest du den Link zur Mannkraft Academy. Wenn du in die Community kommen willst – aktuell (zum Zeitpunkt der Aufnahme) ist sie noch kostenlos –, kannst du dich dort eintragen. Ich denke darüber nach, das irgendwann zu ändern, weil ich wirklich nur Männer dabeihaben möchte, die ernsthaft unterwegs sind.
Lass dich nicht entmutigen, wenn solche alten Muster oder „Geister“ noch in dir rumspuken. Man kann sie auflösen, man kann diese inneren Geister austreiben.
Die große Frage „Schule – ja, nein, in dieser Form?“ lasse ich heute offen.
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Schulprägungen können so tief sitzen, dass sie noch Jahrzehnte später unbewusst Stress, Angst und Blockaden auslösen – selbst in völlig harmlosen Lernsituationen.
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Wenn wir solche alten Muster erkennen (wie die Angst vor „Lehrer-Autorität“ beim Spanischlernen), können wir sie gezielt auflösen und wieder entspannt, effektiv und selbstbestimmt lernen.
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Lernen gelingt am besten in einem Zustand innerer Ruhe und Selbstvertrauens; dazu gehört, die eigene innere Weisheit ernst zu nehmen und sich mit Menschen zu umgeben, die einen auf diesem Weg unterstützen.
Was ich dir zum Schluss mitgeben möchte:
Die Weisheit liegt in dir. Hab den Mut, sie wieder anzunehmen.